Pulsnitzer Anzeiger, August 2018

Blühwiese
Blühwiese

Liebe interessierte Leserinnen und Leser,

der Imkerverein Oberlichtenau meldet sich erneut planmäßig zur Augustausgabe des Pulsnitzer Anzeigers. Auch in der Urlaubszeit möchten wir Ihr Interesse für unsere wichtigen Insekten, die Bienen, weiterhin wachhalten. Der vergangene Monat hat den Bienen und den Imkern viel Arbeit beschert. In der Natur konnten die Bienen aus dem Vollen schöpfen. Alle Bäume, Blumen und Pflanzen mit Blüten, die Pollen und Nektar „produzieren“, haben den Bienen viel Nahrung geliefert. Die Honigproduktion der Bienen erreichte in den letzten Wochen gute bis sehr gute Ergebnisse. Der Imker freute sich auf gute Erträge und: es gab gute Erträge. In diesem Jahr hat zum Beispiel die Winterlinde einen guten Honigertrag gebracht.

Der Geschmack des Honigs mit Nektar überwiegend aus den Lindenblüten unterscheidet sich wesentlich vom Honig aus den Blüten vom Frühjahr und dem beginnenden Sommer. Der Honig der Linde ist flüssig und relativ klar. Sollten Sie, liebe Leser, diesen Unterschied und den Geschmack feststellen wollen, so besuchen Sie uns, die einheimischen Imker der Region. Bei uns können Sie den schmackhaften Honig erwerben und unterstützen damit die regionalen Produkte. Jeder Imker ist auch immer bereit, Ihnen Ihre Fragen zum Leben der Bienen und der Produktion des leckeren Honigs zu beantworten.

Die Honigernte für unseren Verbrauch und zum Verkauf wurde im Monat Juli beendet. Den Bienen hat der Imker die Nahrung für die Wintermonate genommen. Jetzt muss der Imker dafür sorgen, dass unsere Bienenvölker trotzdem gestärkt und versorgt mit ausreichend Futter in die Wintersaison gehen. Wir alle wissen, dass die Saison der Massenblüten zu Ende ist. Die Bienen finden noch Futter auf Spätsommerblüten, welches aber nicht ausreichend ist um den Winter zu überstehen. Die Bienen werden nun vom Imker gefüttert. Jetzt beginnt der Imker auch mit der Behandlung der Bienen gegen die Varroamilbe. Dieser kleine Parasit ist der ärgste Feind unserer Bienen. Er wurde in den 70 er Jahren aus Asien eingeschleppt und kann verheerende Folgen, bis zur vollständigen Vernichtung für jedes Bienenvolk, haben. Da die Behandlung für das Fortbestehen der Bienenvölker wichtig ist, aber auch der Honig zum Verbrauch absolut naturbelassen sein muss, wird die Behandlung gegen die Milbe erst nach der Honigernte durchgeführt.

Die Aktivitäten unseres Vereins waren im Monat Juli auf die Vorurlaubs- und Ferienzeit konzentriert. Am 8. Juli verlief die Zuverlässigkeitsfahrt der Oldtimerfreunde aus Ottendorf-Okrilla in den Vormittagsstunden am Bienenmuseum in Oberlichtenau vorbei. Am Nachmittag war das Bienenmuseum eine der Stationen der Westlausitz Radtour mit dem Thema „Traditionelle Produktion“. Der Vorsitzende unseres Vereins und ein weiteres Mitglied führten Gruppen durch das Bienenmuseum. Hier wurden historische und aktuelle Exemplare der Bienenhaltung gezeigt und erklärt. Die tatsächliche Bienenhaltung in der Praxis wurde dann am Lehrbienenstand im Außenbereich des Bienen- und Heimatmuseums gezeigt. Es war wieder ein gelungener Tag. Wir haben weitere Mitmenschen, denen unsere einheimischen Insekten und Bienen sowie deren Honig wichtig sind erreicht und begeistern können. Mitmenschen, die Freude an der Natur haben. Aus solchen Besuchen oder Veranstaltungen ist mancher Imker hervorgegangen. Jedes unserer Mitglieder kann aber sicher erzählen und bestätigen, dass der Weg zur Imkerei manchmal planmäßig oder auch zufällig begann. Jeder Imker hat in seinen wenigen oder auch vielen Jahren als Imker – von 30 bis 50- jähriger Mitgliedschaft im Imkerverein haben wir schon berichtet – Erfolge gehabt, Probleme beseitigen aber auch schon große Verluste an seinen Völkern hinnehmen müssen.

Abschließend möchten wir auf unseren Bericht aus der letzten Ausgabe des Pulsnitzer Anzeigers eingehen. Wir berichteten, dass die AG Junge Imker im Bereich der Grundschule sowie auf dem Abbruchgelände der alten Grundschule eine Bienenweide ausgesät hatte. Diese Bienenweide ist für unsere Bienen und viele Insekten nun eine nahrhafte Oase der Ernährung geworden.  Hier können sich viele Insekten, insbesondere die Wildbienen aber auch unsere Honigbienen, ernähren. An unseren Verein wurden nun von Anwohnern Beschwerden und Forderungen herangetragen, diese „Unkrautwüste“ doch mal zu mähen. Zur Verdeutlichung des Anliegens und Nutzens dieser Bienenweide hat ein Mitglied unseres Vereins ein Hinweisschild gefertigt (siehe Foto). Aus unserer Sicht sehen leider einige Mitmenschen die Notwendigkeit für solche Blühflächen nicht. In unseren monatlichen Berichten versuchen wir, immer und immer wieder viele Mitmenschen zu erreichen und für unsere heimischen Bienen und Insekten und deren Bedürfnisse zu sensibilisieren. Keiner von uns und sicher auch keiner von Ihnen, liebe Leser unserer Berichte wollen, dass in den kommenden Jahren unsere Kinder und Enkelkinder per Hand die Blüten unserer Beerensträucher und aller weiteren Obstpflanzen und -bäume per Hand bestäuben müssen. Im asiatischen Teil unserer Erde gibt es dazu heute schon Beispiele. Wir wollen das keineswegs und Sie, liebe Leser, wollen dies sicher ebenfalls nicht.

Wir danken für Ihr erneutes Interesse und verbleiben bis zur Septemberausgabe

Monika Klemm

Imkerverein Oberlichtenau

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